Heilpflanzen für den Anbau im Freien und zu Hause
Gehören Sie zu den leidenschaftlichen Kräuterliebhabern und stellen Sie aus verschiedenen Arten von Heilpflanzen gerne hochwertige Tinkturen oder Tees selbst her? Heilkräuter aller Art sind praktisch in jedem Garten, einschließlich Indoor-Gärten, ein fester Bestandteil. Ihre anhaltende Beliebtheit, die bis weit in die Geschichte zurückreicht, ist neben ihrem angenehmen Duft vor allem auf ihre wohltuende Wirkung auf das psychische oder körperliche Wohlbefinden zurückzuführen. In diesem Artikel widmen wir uns neben den traditionellen Arten auch weniger bekannten Heilpflanzen. Sie können diese nicht nur im Garten, sondern auch zu Hause anbauen.

Wenn von einer Heilpflanze die Rede ist, denken viele von uns auf Anhieb beispielsweise an Echte Kamille. Kein Wunder, denn diese Pflanze ist auch als Kamille bekannt, und ihr für viele geläufigerer Artname legt dies geradezu nahe. Meist handelt es sich jedoch um Kamille, die in freier Natur wächst, wie auf dem Bild zu sehen ist. Kamillenpflanzen können Sie aber auch in spezialisierten Geschäften kaufen. Frische und besonders hochwertige Kamille haben Sie immer zur Hand, wenn Sie sie aus Samen im Gewächshaus vorziehen (siehe separaten Artikel: Wie baut man im Gewächshaus an?). Vergessen Sie in den kalten Monaten nicht auf eine Heizung für das Gewächshaus. Wenn Sie zu Hause eine komplette Growbox haben, gibt es nichts weiter zu beachten und Sie können alle Heilpflanzen, von denen nun die Rede sein wird, das ganze Jahr über ernten, ohne dafür das Haus verlassen zu müssen.

Einige der Pflanzenarten, die wir Ihnen weiter unten empfehlen, werden häufig eher ausschließlich wegen ihrer Schönheit als Zierstauden angebaut. Oft handelt es sich jedoch gleichzeitig um Kräuter mit einer positiven Wirkung auf die menschliche Gesundheit. Zu den weiteren traditionellen Heilpflanzen, die Sie schätzen werden, gehören:
- Echter Baldrian (Valeriana officinalis): Die Heilpflanze vom Eingangsbild, deren deutscher Artname ihre wohltuende und insbesondere beruhigende Wirkung auf den menschlichen Organismus deutlich signalisiert, schmückt jeden Garten mit dichten Blütenständen voller kleiner weißer oder rosafarbener Blüten. Vielleicht kennen Sie den Baldrian auch unter der volkstümlichen Bezeichnung Valerian. In der Naturheilkunde wird er bereits seit dem Mittelalter verwendet. Die Heilpflanze, die in hoher Konzentration zum Gift wird, dient den Menschen in kleinen Mengen seit jeher unter anderem gegen Schlaflosigkeit, Nervosität, Angstzustände, Depressionen oder beispielsweise Magenkrämpfe. Interessant ist, dass es sich um eines der ersten homöopathisch aufbereiteten Kräuter handelt. Neben den genannten beruhigenden Wirkungen ist Baldrian ein starkes natürliches Antioxidans, das wirksam gegen die Auswirkungen freier Radikale vorgeht. Für medizinische Zwecke werden ausschließlich die Baldrianwurzeln mit ihren Rhizomen verwendet. Die oberirdischen Teile des Baldrians werden nicht genutzt.
- Echter Odermennig (Agrimonia eupatoria): Die Blüten des Odermennigs sind gelb und verströmen einen charakteristischen Duft, der an Marillen erinnert. Was den Anbau betrifft, handelt es sich um ein anspruchsloses Kraut, für das vor allem ausreichend Licht entscheidend ist. Aus medizinischer Sicht ist der Odermennig für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt. Das beliebte Kraut, das gewöhnlich knapp einen Meter hoch wird, wird auch zur Behandlung von Leberbeschwerden verarbeitet. Interessant ist, dass die blühenden oberirdischen Teile des Echten Odermennigs bereits von den alten Ägyptern verwendet wurden.

- Mauretanische Malve (Malva mauritiana): Die auffälligen rosavioletten Blüten, die eine Größe von bis zu 5 cm erreichen, sind eine Zierde für jeden Garten oder Balkon. Darüber hinaus wird die Malve, die bis zu eineinhalb Meter hoch wird, bei Entzündungen der oberen Atemwege eingesetzt. Dies ist auf den hohen Gehalt an Schleimstoffen zurückzuführen. Der Anbau der Malve ist äußerst einfach. Ein Aufguss aus der Mauretanischen Malve wird in der Volksmedizin auch zur Behandlung von Hautproblemen, einschließlich der Heilung entzündeter Wunden, verwendet. Die farbenfrohen Blüten sind nicht zuletzt eine essbare Dekoration, die sich für eine ganze Reihe von Speisen eignet und jede Teemischung wunderschön färbt.
Interessante Heilpflanzen, die in Vergessenheit geraten
Darüber hinaus gibt es verschiedene nützliche Kräuter, auf die sich unsere Urgroßmütter verlassen haben, die aber im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind. Zu dieser Kategorie gehören beispielsweise:
- Echter Alant (Inula helenium): Bei dieser Pflanze, die auffällige schwefelgelbe Blüten bildet (siehe Bild), sind ihre Wurzeln am wertvollsten. Sie werden sowohl im Frühjahr als auch im Herbst gesammelt und können bei Stoffwechselproblemen helfen, die von Appetitlosigkeit bis hin zu Verdauungsstörungen reichen. Sie dienen auch zur Linderung von Krämpfen in den Atemwegen. In der Volksmedizin wird Echter Alant in Form von Tee, Tinktur oder Sirup verwendet, beispielsweise bei einer Bronchitis.

- Echter Eibisch (Althaea officinalis): Bei dieser weiteren Heilpflanze, die häufig nur zu Zierzwecken angebaut wird, deren sämtliche Teile (Wurzel, Blätter, Blüte) jedoch bereits seit der Antike zu medizinischen Zwecken gesammelt wurden, fallen aus ästhetischer Sicht ihre zarten, rosafarbenen Blüten auf. Es handelt sich um eine weitere Heilpflanze, die Schleimstoffe enthält, welche das Abhusten erleichtern und die gereizte Schleimhaut der Atemwege lindern. Eibisch wird in der Naturmedizin jedoch beispielsweise auch bei Harnwegsentzündungen oder Durchfall eingesetzt. Die größte Wirkung wird beim Eibisch seinen mazerierten Wurzeln zugeschrieben.
Die richtige Lagerung bewahrt wertvolle Inhaltsstoffe und den ursprünglichen Duft
Ganz gleich, ob die oben genannten Heilkräuter Ihren Außenbereich, Balkon oder Ihre Terrasse schmücken oder Sie ein Kraut so sehr begeistert, dass Sie ihm einen Platz in Ihrer Growbox widmen und sich so das ganze Jahr über mit ihm versorgen möchten: Unterschätzen Sie keinesfalls die richtige Lagerung frischer oder getrockneter Kräuter. In dieser Hinsicht hilft Ihnen ein separater Artikel: Wie lagert man die Ernte richtig?
Wenn Sie uns etwas fragen möchten, sind wir unter der bekannten E-Mail-Adresse info@higarden.at für Sie da.
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