Wie Sie Saatgut für den Indoor-Anbau kaufen

Freuen Sie sich schon darauf, nach dem Jahreswechsel drei Pflanzen im Zelt anzubauen, können sich aber im schier unüberschaubaren Saatgutangebot auf dem Markt nicht zurechtfinden? In unserem Artikel erklären wir ausführlich die häufigsten Begriffe, auf die Sie beim Kauf stoßen, und geben Ihnen einige Tipps dazu, welches Saatgut sich am besten für den Indoor-Anbau eignet.

Mit dem Saatgut ist es ähnlich wie mit Wein. Der Name kann uns einiges verraten, aber ob Sie Qualität kaufen und ob sie Ihnen zusagt, erfahren Sie dadurch oft nicht. Hinter einer interessanten Bezeichnung kann sich jedoch ein Kultivar verbergen, der sich nicht für den Indoor-Anbau eignet oder nur schwer anzubauen ist. Denken Sie beim Kauf deshalb praktisch. Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Saatgut für den Indoor-Anbau sind der Aufbau und das Geschlecht der Pflanzen, die Reifezeit sowie der Wirkstoffgehalt.

Sativa vs. Indica

Unter Growern ist es üblich, in Sativas und Indicas zu unterscheiden. Obwohl unter Fachleuten gewisse Zweifel an der Richtigkeit einer solchen Einteilung bestehen, verwenden Saatgutverkäufer diese Unterteilung, um Sorten mit langer Reifezeit (Sativas) von schneller reifenden Sorten mit kleinerem Wuchs (Indicas) abzugrenzen. Die am längsten blühenden Sativas können mehr als 12 Wochen bis zur Reife benötigen und enorme Ausmaße erreichen. Deshalb sind reine Sativas nicht die besten Kandidaten für den Indoor-Anbau in einer Growbox, wo der Platz begrenzt ist. Außerdem bedeutet eine lange Reifezeit auch höhere Kosten pro Anbauzyklus. Daher entscheiden sich die meisten Grower entweder für reine Indicas oder für Hybride, also Kreuzungen aus Sativas und Indicas.

  • Sativa-Sorten: Schmalblättrige Sorten mit einer langen Blütezeit von etwa 10 bis 12 Wochen, die ursprünglich aus äquatorialen Regionen stammen.
  • Indica-Sorten: Breitblättrige Sorten aus Bergregionen mit einer kurzen Blütezeit von etwa 8 bis 10 Wochen.
  • Hybridsorten: Kreuzungen aus Sativas und Indicas, die gezielt gezüchtet werden, um einen bestimmten Pflanzentyp zu erhalten. Die Blütezeit und der Aufbau der Pflanzen hängen von der Kombination der Gene der Elternpflanzen ab.

Photoperiodische vs. selbstblühende Sorten

Die meisten Pflanzen sind kurztägig und beginnen erst zu blühen, wenn sich die Tageslänge unter einen bestimmten Schwellenwert verkürzt. Beim Indoor-Anbau bedeutet das, dass der Anbauzyklus in zwei Phasen aufgeteilt wird – die vegetative Phase mit einer Tageslänge von 16–18 Stunden und die Blütephase, in der sich die Tageslänge auf 12 Stunden verkürzt. Eine Ausnahme bilden selbstblühende (Autoflower-)Kultivare, die so gekreuzt wurden, dass sie unabhängig von der Länge von Tag und Nacht blühen.

  • Photoperiodische Sorten: Kurztägige Kultivare , deren Blüte von der Photoperiode abhängt. Unter Indoor-Bedingungen beginnen sie erst nach der Umstellung auf einen 12/12-Rhythmus zu blühen.
  • Selbstblühende Sorten: Von der Photoperiode unabhängige Sorten, die unabhängig von der Länge von Tag und Nacht mit der Blüte beginnen, in der Regel etwa 21 Tage nach dem Keimen.
  • Fast- oder Early-Sorten: Als Early oder Fast werden Kultivare mit einem schnellen Blühbeginn und einer kurzen Blütezeit bezeichnet. Es handelt sich jedoch nicht um selbstblühende .

Feminisierte vs. reguläre Samen

Die Pflanzen sind zweihäusig, und in einer Population finden sich sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen. Die meisten Grower konzentrieren sich ausschließlich auf den Anbau weiblicher Pflanzen für Blüten ohne Samen. Diese enthalten nämlich die größte Menge an Wirkstoffen. Dafür müssen die männlichen Pflanzen rechtzeitig aus dem Garten entfernt werden, was für unerfahrene Grower eine Herausforderung sein kann. Die meisten Grower verwenden daher heute feminisiertes Saatgut, aus dem ausschließlich weibliche Pflanzen wachsen. Auch reguläres Saatgut hat jedoch seine Berechtigung: Es wird bei der Züchtung neuer Kultivare verwendet und ist für den Erhalt der Art wichtig.

  • Reguläres Saatgut: Saatgut von Pflanzen , die auf natürliche Weise bestäubt wurden und aus dem nach dem Keimen sowohl weibliche als auch männliche Pflanzen wachsen.
  • Feminisiertes Saatgut: Saatgut von feminisierten Pflanzen , aus dem ausschließlich weibliche Pflanzen wachsen.

Gehalt an Wirkstoffen und Terpenen

Die wichtigste Besonderheit ist der Gehalt an Wirkstoffen, vor allem an verschiedenen natürlichen Inhaltsstoffen, aber auch an Terpenen und Flavonoiden. Je nach Gehalt an den jeweiligen Wirkstoffen unterteilen wir in drei Chemotypen. Für den Anbau mit einem Wirkstoffgehalt von mehr als 1 % gelten spezielle rechtliche Vorschriften. Das gilt ebenso für den großflächigen Anbau mit einem Wirkstoffgehalt von weniger als 1 %.

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  • Typ 1: Sorten mit einem hohen Gehalt an Wirkstoff A und einem niedrigen Anteil an Wirkstoff B. Moderne Kultivare können bis zu 30 % Wirkstoff A und nur Spuren von Wirkstoff B enthalten.
  • Typ 2: Sorten mit einem ausgewogenen Anteil an Wirkstoff A und Wirkstoff B.
  • Typ 3: Sorten mit einem minimalen Gehalt an Wirkstoff A und einem hohen Anteil an Wirkstoff B. Registrierte Kultivare des Typs 3 mit einem Wirkstoffgehalt von weniger als 0,3 % werden manchmal auch als technische Sorten bezeichnet.

Für weitere nützliche Tipps und Anleitungen für Anfänger und erfahrene Grower besuchen Sie unseren Higarden Grower-Blog.