Chilischoten: So gelingen Keimung und Voranzucht
Auf der Welt gibt es Hunderte verschiedene Chilisorten, die sich in Schärfe, Form, Farbe und Größe unterscheiden. Was jedoch alle Chilis gemeinsam haben, ist, dass es sich um wärmebedürftige Pflanzen mit einem relativ langen Anbauzyklus handelt. Wenn Sie sie unter unseren Bedingungen im Freien anbauen möchten, ist es daher wichtig, rechtzeitig zu beginnen und sie drinnen vorzuziehen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht!
Viele von uns haben Chilischoten wegen ihrer Schärfe schätzen gelernt. Diese messen wir auf der sogenannten Scoville-Skala, die nach dem amerikanischen Chemiker Wilbur L. Scoville benannt ist. Während mild scharfe Jalapeño zwischen 2.500–8.000 SHU erreichen, kommt der erst kürzlich gezüchtete Rekordhalter „Pepper X“ auf schwindelerregende 3.180.000 SHU – genug, damit der Verzehr bei manchen Menschen einen anaphylaktischen Schock auslösen kann.
Für das brennende Gefühl ist der chemische Stoff Capsaicin verantwortlich, der die Nervenenden im Mund stimuliert und laut manchen Fachleuten heilende Wirkungen haben kann. Der Capsaicingehalt hängt vor allem vom Kultivar (gezüchtete Sorte), aber auch vom Alter der Pflanze und den Anbaubedingungen ab.
So wählen Sie die richtige Chilisorte für den Anbau aus
Chili kann auf viele Arten angebaut werden – draußen im Pflanztopf oder im Beet, im Gewächshaus oder auch indoor unter künstlicher Beleuchtung bzw. hydroponisch. Gerade die gewählte Anbautechnik beeinflusst die Auswahl der richtigen Chilisorte für Ihren Garten am stärksten. Verschiedene Chilisorten unterscheiden sich nämlich nicht nur in Geschmack, Aussehen und Schärfe, sondern auch in der Länge des Anbauzyklus. Einige Sorten (häufig die schärfsten) blühen und reifen so lange, dass sie bei einem Anbau im Freien unter unseren Bedingungen keine Chance hätten, rechtzeitig auszureifen. Sorten mit einer langen Blütezeit sollten daher besser indoor unter künstlicher Beleuchtung angebaut werden. Als Beispiel stellen wir Ihnen einige beliebte Chilisorten vor und berücksichtigen dabei die Blütezeit und die geeignete Anbaumethode.
- Jalapeño ist eine ursprünglich aus Mexiko stammende Chilisorte, die Ihnen mit ihrer Schärfe zwar nicht den Atem rauben wird, sich aber leicht anbauen lässt und sich in der Küche hervorragend als Zutat für Saucen, Salate und Nachos eignet. Sie kann auch süß-sauer eingelegt oder geräuchert werden (Chipotle). Die Pflanzen werden 1 m hoch und gedeihen sowohl in direkter Sonne als auch im Gewächshaus sehr gut. Jalapeño hat eine relativ kurze Blüte- und Reifezeit (80–125 Tage) und eignet sich für den Anbau im Freien.
- Bhut Jolokia, auch als Ghost Pepper oder Naga Jolokia bekannt, gehört zu den schärfsten Chilis der Welt. Die Schärfe, die nach dem Verzehr mehrere Stunden anhalten kann, wird von einem ausgeprägten Geschmack nach Aprikosen und Äpfeln begleitet. Während der Reifung wechseln die Schoten ihre Farbe von leuchtendem Grün zu Dunkelrot, manche Sorten können jedoch auch weiße, orangefarbene oder schokoladenbraune Früchte tragen. Bhut Jolokia ist im Anbau etwas anspruchsvoller und benötigt beim Keimen eine konstante Temperatur von etwa 24–28 °C. Die Pflanzen werden 1,2 m hoch und haben eine längere Reifezeit. Die Sorte ist für den Anbau im Freien, im Gewächshaus und indoor geeignet.
- Trinidad Moruga Scorpion ist eine sehr scharfe Chilisorte, die ursprünglich aus Trinidad stammt. Sie kommt in zwei Kultivaren vor, von denen einer leuchtend rote und der andere gelbe Früchte trägt. Beide Sorten haben die typische Form mit einer an den Stachel eines Skorpions erinnernden Spitze und eine sehr dünne Schale, unter der sich eine enorme Menge Capsaicin mit bis zu 2 Millionen SHU verbirgt. Dieses Chilikultivar eignet sich eher für erfahrene Grower. Das Keimen der Samen kann anspruchsvoll sein und wahrscheinlich kommen Sie nicht ohne eine Heizmatte aus. Beim Ausreifen, das mehr als 160 Tage dauern kann, benötigen Sie Geduld. Trinidad Scorpion eignet sich ausschließlich für den Indoor-Anbau unter künstlicher Beleuchtung.
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So lassen Sie Chilischoten keimen
Der richtige Zeitpunkt für das Keimen von Chilisamen für den Anbau im Freien liegt zwischen Jänner und März. Je früher Sie beginnen, desto besser. Ihre kleinen Pflanzen verschaffen sich einen Vorsprung, bevor draußen die Sonne richtig zu scheinen beginnt. Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, stellen Sie sicher, dass Sie alle benötigten Utensilien vorbereitet haben.
- Chilisaatgut
- Anzuchtplatte oder Pflanztöpfe für die Aussaat
- Aussaatsubstrat (gegebenenfalls Anzuchttabletten, Anzuchtwürfel, Steinwolle)
- Propagator (Kunststoff-Gewächshaus)
- Sprühflasche
- Weitere Ausstattung (Heizmatte, LED-Pflanzenlampe, Growbox)
Das Keimen von Chilischoten sollten Sie immer drinnen durchführen, da sie ausreichend Wärme benötigen. Sie können die keimenden Samen auf eine Fensterbank stellen, auf der sie von der Sonne beschienen werden, oder eine Heizmatte verwenden, die für eine konstante Temperatur sorgt. Das ist vor allem bei anspruchsvolleren exotischen Sorten wichtig.
- Füllen Sie eine Schale oder einen Behälter zum Keimen bis zum Rand mit Aussaatsubstrat.
- Feuchten Sie das Substrat mit einem Sprühgerät an.
- Streuen Sie einige Saatkörner auf die Oberfläche des Substrats und bedecken Sie sie mit einer Schicht Substrat oder Vermiculit. Wenn Sie Jiffy oder Anzuchtwürfel verwenden, legen Sie die Saatkörner in die vorbereitete Öffnung.
- Stellen Sie den Keimbehälter in ein Kunststoff-Gewächshaus (Propagator) und platzieren Sie ihn an einem warmen Ort mit ausreichend Licht.
- Halten Sie eine konstante Temperatur ein. Für Sorten der Art chinense 24–32 °C, bei Sorten der Art annum 10–24 °C.
- Je nach Sorte und Alter des Saatguts sollten die Saatkörner innerhalb von 3–10 Tagen keimen.
- Halten Sie das Substrat während der gesamten Zeit feucht, aber nicht zu nass.
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So pflanzen Sie Chilischoten aus und ziehen sie vor
Gekeimte Saatkörner können Sie umpflanzen, sobald sie etwas gewachsen sind und die ersten beiden kleinen Blätter ausgebildet haben. Für die Anzucht ist es besser, die gekeimten Pflanzen zunächst in einen kleinen Pflanztopf zu setzen und sie erst dann, wenn die Setzlinge größer geworden sind, ins Beet oder in ein größeres Pflanzgefäß umzupflanzen. So unterstützen Sie die Bildung eines kräftigen Wurzelsystems.
Gießen Sie die Pflanzen während der Anzucht regelmäßig, achten Sie jedoch darauf, das Substrat nicht zu stark zu befeuchten und die Wurzeln nicht im Wasser stehen zu lassen. Ab der zweiten Woche können Sie beginnen, die Pflanzen mit einem schwachen Wachstumsdünger oder einem speziellen Dünger für Chilischoten zu düngen.
Ziehen Sie die Setzlinge entweder auf einer Fensterbank mit ausreichend Sonnenlicht oder unter künstlicher Beleuchtung in der Growbox vor. Unabhängig davon, für welche Methode Sie sich entscheiden, stellen Sie sicher, dass die Pflanzen mindestens 12 Stunden Licht erhalten. Lichtmangel oder eine zu geringe Lichtintensität verlangsamen die Entwicklung der Pflanzen. Unter den richtigen Bedingungen sollten die Chilisetzlinge innerhalb eines Monats so weit wachsen, dass sie in einen größeren Pflanztopf umgepflanzt und ins Freie oder unter eine leistungsstärkere Pflanzenlampe gestellt werden können.
Hat Sie die Vorstellung eines eigenen Gartens voller Chilis begeistert und möchten Sie mehr über deren Anbau erfahren? Lesen Sie unseren Artikel über den Anbau von Chili.