Wie erkennt man hochwertiges Saatgut?

Das Saatgut, das am Anfang der Geschichte jeder Pflanze steht, ist praktisch ein ruhender Organismus, der darauf wartet, geweckt zu werden. Wie erkennen Sie die Qualität und den Zustand des Saatguts, das Sie zu Hause als Vorrat aufbewahren oder gerade gekauft haben? Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass daraus eine schöne und gesunde Pflanze entsteht?

Saatgutcover

  • Tatsache ist, dass ein Grower diese Fragen bei kleineren Saatkörnern als Grundlage der meisten Pflanzen, die üblicherweise in der Growbox angebaut werden, allein durch den Blick nicht beantworten kann. Selbst eine Lupe reicht nicht aus. Auch durch Ertasten lässt sich nicht feststellen, was wir gerne wissen würden. Eine Ausnahme bilden lediglich wirklich große Samen, wie sie beispielsweise der Kürbis besitzt, deren Fülle wir durch Ertasten erkennen können.
  • Die Erfahrungen von Growern sprechen eine klare Sprache. Die einzige bewährte Möglichkeit, den Zustand des Saatguts und damit auch das Potenzial der künftigen Pflanze vorherzusagen, besteht darin, das Saatgut unter optimalen Bedingungen aufzubewahren und alles dafür zu tun, dass es in einem guten Zustand bleibt.
  • Das Wort „Keimfähigkeit“ gehört zweifellos zu den Begriffen, die in der Welt des Gärtnerns am häufigsten verwendet werden, und bezeichnet die Fähigkeit des Saatguts, einen Keimling zu bilden. Die meisten Saatgutproduzenten (Seedbanks) garantieren die Keimfähigkeit des Saatguts bis zu einem gewissen Grad, vor allem durch das auf der Packung angegebene Ablaufdatum.
  • Wenn Sie jedoch Saatgut entdeckt haben, das Sie sozusagen nach Ablauf der Frist ausprobieren möchten, verzweifeln Sie nicht und versuchen Sie es. Es kommt häufig vor, dass auch Saatgut, dessen auf der Packung angegebenes Ablaufdatum bereits überschritten ist, problemlos keimt.
  • Das ändert jedoch nichts daran, dass für Saatgut aller Art ein einfacher direkter Zusammenhang gilt: Je älter es ist, desto schwieriger findet es seinen Weg ans Licht.
  • Die Keimfähigkeit fördern Sie am besten durch die richtige Lagerung. Dafür eignen sich hervorragend die Vakuumdosen TightVac, die Sie später zusätzlich zur Aufbewahrung der Ernte verwenden können.

SaatgutTightVac

  • Die Bedingungen für eine einwandfreie Lagerung von Saatgut lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:
    • Dunkelheit
    • Kühle
    • Keine Feuchtigkeit
  • Einen dunklen Ort zu finden, an dem dauerhaft niedrigere Temperaturen herrschen, der aber gleichzeitig völlig trocken ist, kann manchmal eine gewisse Herausforderung sein. Im Hinblick auf Dunkelheit und Kühle bietet sich beispielsweise häufig ein Keller an, in dem jedoch meist auch eine gewisse Feuchtigkeit vorhanden ist. Manche Grower lagern ihr Saatgut daher im Kühlschrank, wobei sie besonders auf einen sorgfältig abgedichteten Behälter achten.
  • Im Vakuum gelagertes Saatgut bietet eine hohe Qualitätssicherheit und erhöht die Erfolgsquote beim anschließenden Keimen. 
  • Egal, was wir tun: Bei manchen Saatkörnern lässt sich die Haltbarkeit selbst bei einwandfreier Lagerung einfach nicht wesentlich verlängern. Zwiebelsaatgut beispielsweise, das sehr klein ist, verliert bereits im ersten Jahr an Keimfähigkeit.
  • Die folgenden Beispiele sind hingegen Saatgut, um das sich eine gute Pflege lohnt, denn wenn es unter den richtigen Bedingungen gelagert wird (siehe oben), behält es seine hohe Keimfähigkeit auch über sehr lange Zeit:
    • Gurke
    • Kürbis
    • Zucchini 
    • Tomate
    • Kohlgemüse
  • Mit dem Begriff KEIMFÄHIGKEIT hängt auch der bei Growern häufig eingesetzte Keimfähigkeitstest zusammen. Worin besteht diese Kontrollmethode und wozu dient sie? Mit einem Keimfähigkeitstest können wir uns schnell ein genaueres Bild davon machen, in welchem Zustand sich das Saatgut befindet und wie viel davon wir anschließend aussäen sollten, um später die geplante Menge reifer Blüten zu ernten, die vitale ausgewachsene Pflanzen schmücken. Das Vorgehen ist wie folgt:
    • Legen Sie mehrere saubere Papiertücher (Küchentücher, Servietten, Papiertaschentücher, Toilettenpapier usw.) übereinander.
    • Legen Sie das Test-Saatgut darauf. Je größer die Probe, desto besser. Idealerweise sollten es jedoch mindestens 10 Saatkörner sein.
    • Legen Sie die obere Papierschicht (siehe oben) auf das Saatgut und befeuchten Sie die Oberfläche idealerweise mit einem feinen Sprühgerät. Dieses sollte Wasser enthalten, das nicht frisch direkt aus der Leitung kommt. Wenn Ihnen Leitungswasser zur Verfügung steht, lassen Sie es mindestens einen Tag stehen, bevor Sie es in das Sprühgerät füllen. 
    • Denken Sie daran, dass das Saatgut keinesfalls im Wasser schwimmen sollte, da es sonst „ertrinken“ und anstatt zu keimen zu faulen beginnen könnte.
    • Sobald Sie das Saatgut auf diese Weise vorbereitet haben, decken Sie es mit einer beliebigen Glas- oder Plastikschüssel ab und bringen Sie es aus einer Umgebung mit niedrigeren Temperaturen in eine Umgebung mit einer Temperatur von 18–20 °C. 
    • Nun müssen Sie die Tücher nur noch durch vorsichtiges Besprühen mit Wasser feucht (nicht nass!) halten.
    • Alles, was Sie als Grower über das Saatgut erfahren können, wird sich in den folgenden Tagen beziehungsweise Wochen zeigen. Es hängt davon ab, wie lange das Saatgut braucht, um sozusagen aus seinem Schlaf zu erwachen.

Unser TIPP: Kaufen Sie zum Vorteilspreis das komplette Set Plagron Seedbox, das alles enthält, was Sie für die erfolgreiche Keimung von 12 Saatkörnern benötigen – vom kleinen Anzuchtgerät über Anzuchttabletten bis hin zum hochwirksamen Seedbooster für eine schnelle Bewurzelung. Eine perfekte Lösung für alle Anfänger, wir empfehlen sie!

SaatgutPlagron

 

  • Ein eigenes Kapitel, auf das wir abschließend hinweisen möchten, ist die Saatgutbeizung. Manchmal erfolgt sie mithilfe von Chemikalien, deren Zweck es ist, das Saatgut vor Schädlingen oder Schimmel zu schützen. Chemisch gebeiztes Saatgut erkennen Sie an seiner auffälligen Färbung.
  • Wir empfehlen jedoch, Saatgut auszuwählen, bei dem die Beizung auf biologische Weise erfolgt. Den gesamten Prozess können Sie außerdem selbst durchführen. Zu den bewährten natürlichen Methoden der Saatgutbeizung gehören Auszüge aus Kamille, Odermennig oder beispielsweise Schafgarbe – leicht erhältlichen Kräutern mit einer beträchtlichen desinfizierenden Wirkung.
  • Nutzen Sie auch die Kraft von Brennnessel und Schachtelhalm. Diese Pflanzen wirken stärkend auf die entstehende Pflanze und fördern ihr Wachstum.
  • Bei der Kombination der genannten Kräuter zur Stärkung des Saatguts sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Und je stärker Sie es kräftigen, desto besser werden auch die Ergebnisse des Tests und der anschließenden Keimung des gesamten Saatguts ausfallen, das Sie aussäen möchten – unabhängig davon, ob Sie dies ganz ohne Test oder erst nach dessen Durchführung und Auswertung tun.

Wenn Sie Fragen zum Thema MICROGREENS haben, beantworten wir sie gerne unter der bekannten Adresse info@higarden.at.

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