Mehltau und Botrytis: Schimmel auf Pflanzen und wie man ihn loswird
Wenig verunsichert Grower mehr, als wenn sie Anzeichen von Schimmel an ihren Pflanzen entdecken. Wahrscheinlich verlieren sie dadurch einen großen Teil ihrer Ernte. Wie lässt sich Schimmel verhindern, der Pflanzen befällt, und wie wird man Mehltau und Botrytis los? Diese Fragen beantworten wir in den folgenden Zeilen.
Unabhängig davon, ob es um den Indoor- oder Outdoor-Anbau geht, sind Mehltau und Grauschimmel die wichtigsten Pilzerkrankungen, die Pflanzen befallen. Mehltau tritt vor allem auf den Blättern auf und sieht wie ein weißer Belag aus. Grauschimmel, auch Botrytis genannt, ist an Blüten am gefährlichsten, wo er Fäulnis verursacht.
Was ist Mehltau
Mehltau ist eine durch parasitische Pilze aus der Familie Erysiphaceae verursachte Pilzerkrankung von Pflanzen. Sie erkennen ihn sehr leicht – er sieht wie ein weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern aus. Mehltau befällt zunächst junge Blätter, auf denen weiße Punkte erscheinen. Wenn sich die Infektion ausbreitet, werden die weißen Flecken größer und die Pflanzen sehen aus, als hätte jemand sie mit glattem Mehl bestreut.
Mehltau breitet sich in einer warmen und feuchten Umgebung am schnellsten aus. Der Pilz gedeiht am besten an schlecht belüfteten Orten mit einer Luftfeuchtigkeit von 70 – 90 % und bei Temperaturen von 20 – 25 °C. Die Sporen des Mehltaus sind leicht und verbreiten sich einfach über die Luft, sodass eine infizierte Pflanze eine Epidemie in der gesamten Growbox, im Gewächshaus oder im Garten auslösen kann.
Mehltau an Pflanzen erkennen
- weiße oder grauweiße Flecken auf den Blättern
- breitet sich allmählich auf die gesamte Pflanze aus
- Blätter werden gelb, rollen sich ein und sterben ab
- langsames Wachstum
Spritzmittel gegen Mehltau
Spritzmittel gegen Mehltau sind am wirksamsten, wenn sie rechtzeitig und vorbeugend eingesetzt werden. Zur Bekämpfung von Mehltau können Sie chemische Fungizide, biologische Präparate und natürliche (pflanzliche) Spritzmittel verwenden. Klassische systemische Fungizide können das Wachstum des Pilzes auf den Blättern deutlich einschränken und sind meist wirksamer. Ihre mögliche Toxizität muss jedoch berücksichtigt werden, vor allem beim Anbau von Pflanzen für medizinische Zwecke.
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Eine Alternative zu chemischen Spritzmitteln gegen Mehltau sind Biofungizide. Biologische Spritzmittel basieren auf nützlichen Mikroorganismen (z. B. Bacillus, Pseudozyma, Trichoderma), die mit dem Mehltau konkurrieren und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen unterstützen. Diese Präparate können auch im ökologischen Anbau eingesetzt werden.
Auch Spritzmittel gegen Mehltau mit Pflanzenextrakten, botanische Fungizide und Biofungizide, die eine Mischung antifungaler Stoffe natürlichen Ursprungs (Terpene, Phenole) enthalten, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese Stoffe hemmen die Keimung von Sporen und das Pilzwachstum und sind zugleich umweltfreundlich. Bei natürlichen Mitteln ist eine regelmäßige vorbeugende Anwendung wichtig.
Was ist Botrytis
Botrytis cinerea ist ein parasitischer Pilz, der das Verschimmeln oberirdischer Pflanzenteile verursacht. Unter geeigneten Bedingungen kann Botrytis Pflanzen in jeder Wachstumsphase befallen. Am gefährlichsten ist sie jedoch während der Blüte, wenn sie Blütenfäule verursacht.
Botrytis überwintert in Form von Sklerotien, die in abgestorbenen Pflanzenresten verbleiben. Im Frühjahr bildet Botrytis Sporen, die vom Wind verbreitet werden und auf Pflanzen gelangen, wo sie sich anzusiedeln versuchen. Eine Infektion wird durch eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 65 % und Temperaturen um 15 – 25 °C begünstigt. Besonders empfindlich gegenüber Botrytis sind Blüten und Früchte, die eng beieinander wachsen.
Botrytis an Pflanzen erkennen
- grauweiße Schimmelbüschel auf Blüten und Blättern
- Blüten zerfallen bei Berührung
- auffällig vertrocknete oder dunkel verfärbte Blütenteile
Spritzmittel gegen Botrytis
Spritzmittel gegen Botrytis haben den Nachteil, dass der Pilz leicht Resistenzen gegen chemische Fungizide entwickelt. Deshalb werden zum Schutz vor Botrytis immer häufiger biologische Mittel eingesetzt.
Präparate gegen Botrytis, die nützliche Mikroorganismen (Bacillus, Trichoderma, Nicht-Saccharomyces-Hefen u. a.) enthalten, sind wirksamer, wenn sie mit niedrigen Dosen klassischer Fungizide kombiniert oder im Wechsel mit ihnen angewendet werden. Auch Pflanzenextrakte sind gegen Botrytis wirksam, da sie das Pilzwachstum hemmen können und die Umwelt weniger belasten.
Achtung: Beim Anbau von Pflanzen für medizinische Zwecke dürfen Spritzmittel niemals direkt auf reifende oder bereits ausgereifte Blüten aufgetragen werden.
Vorbeugung gegen Schimmel
Die einfachste Möglichkeit, Schimmel an Pflanzen vorzubeugen, ist die Prävention. Sobald sich Schimmel an den Pflanzen entwickelt hat, ist seine Beseitigung ohne Ernteverluste nahezu unmöglich. Die wichtigsten Regeln zur Vorbeugung gegen Schimmel sind:
1) Richtige Luftfeuchtigkeit und ausreichende Luftzirkulation: Eine hohe Luftfeuchtigkeit und stehende Luft sind die Hauptursachen für Schimmel. Verwenden Sie beim Indoor-Anbau immer Ventilatoren, die die Luft im Anbaubereich in Bewegung halten. Senken Sie die Luftfeuchtigkeit mithilfe eines Luftentfeuchters. Im Gewächshaus empfiehlt es sich, für einen leichten Luftzug zu sorgen.
2) Sauberkeit im Anbaubereich: Schimmel verbreitet sich über Sporen, die frei durch die Luft schweben und sich sowohl auf Pflanzen als auch in jeder Ecke der Growbox ablagern. Durch regelmäßige Desinfektion und die Einhaltung hygienischer Grundsätze verringern Sie deutlich das Risiko, dass sich die Sporen vermehren und der Schimmel Ihre Ernte befällt. Besonders problematisch sind in dieser Hinsicht abgestorbene Pflanzenreste, die geradezu einen Nährboden für Schimmelsporen bilden.
3) Vorbeugende Spritzmittel gegen Schimmel: Es gibt zahlreiche vorbeugende Spritzmittel für Indoor- und Outdoor-Pflanzen. Wenden Sie sie während des vegetativen Wachstums und zu Beginn der Blüte an, um die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber einer Infektion zu erhöhen.
Weitere praktische Anleitungen, Tipps für Grower und Empfehlungen für bewährte Präparate finden Sie im Higarden-Blog, in dem wir uns mit allen wichtigen Themen rund um gesundes Pflanzenwachstum und erfolgreiches Anbauen beschäftigen.