Outdoor in Tschechien: Ist es besser, selbstblühende oder photoperiodische Sorten anzubauen?

optimierte_tschechische_landschaftDie Tschechische Republik ist weder Kalifornien noch Spanien. Anbauer im Freiland müssen hier mit einem relativ kurzen Sommer und dem Risiko eines frühen Saisonendes rechnen. Wer im Frühjahr eine ungeeignete Sorte ins Freie pflanzt, wird im Herbst vom Ergebnis enttäuscht sein. Wissen Sie, welche Sorten sich am besten für den Freilandanbau in Tschechien eignen?

Tschechien ist zwar flächenmäßig ein kleines, geografisch jedoch sehr vielfältiges Land. Hier finden sich Standorte mit nahezu idealen Bedingungen für den Freilandanbau, aber auch Regionen mit einer kurzen Saison und einem kühlen Sommer. Eine Sorte, die im sonnigen Südmähren gut ausreift, kann im Vorgebirge des Riesengebirges Schimmel und kalter Witterung zum Opfer fallen. Orientieren Sie sich bei der Auswahl von Saatgut für den Freilandanbau deshalb immer in erster Linie an der Blütezeit und am Sortentyp.

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Der Unterschied zwischen selbstblühenden und photoperiodischen Sorten

Im Angebot der Saatgutbanken finden Sie zwei Haupttypen von Saatgut – selbstblühendes und photoperiodisches. Der Unterschied liegt in der Reaktion der Pflanzen auf Veränderungen der Tages- und Nachtlänge. Photoperiodische Sorten beginnen im Freien erst zu blühen, wenn die Nacht länger als 10 Stunden dauert. Das ist in unseren Breitengraden im August der Fall. Blüte und Reifung können dann je nach Sorte 6 bis 12 Wochen oder länger dauern.

Selbstblühende Sorten unterscheiden sich von photoperiodischen dadurch, dass sie unabhängig von der Tages- und Nachtlänge blühen. Die meisten selbstblühenden Sorten beginnen etwa 3 bis 5 Wochen nach der Keimung des Saatguts zu blühen. Selbstblühende Kultivare haben einen kürzeren Anbauzyklus als photoperiodische Sorten im Freiland. Das ist von Vorteil, wenn Sie in einer Region mit einer kürzeren Freilandsaison leben.

Warme Tieflagen mit langem Sommer

Wenn Sie in wärmeren Regionen der Tschechischen Republik anbauen, beispielsweise in Südmähren, im Elbtiefland oder in den Tieflagen Südböhmens, haben Sie im Vergleich zum übrigen Land die besten Bedingungen für den Freilandanbau. In Tieflagen können Sie häufig bereits Ende April bis Anfang Mai mit dem Auspflanzen beginnen und erst Ende Oktober oder sogar Anfang November ernten, sofern das Wetter mitspielt.

Unter solchen Bedingungen ist der Anbau photoperiodischer Sorten eine sehr gute Wahl. Das gilt besonders dann, wenn das Frühjahr warm ist und Sie früh mit dem Auspflanzen beginnen können. So ermöglichen Sie den Pflanzen eine lange Wachstumsphase, bevor sie im August zu blühen beginnen, und können im Herbst mit einer größeren Ernte rechnen. Risikofreudigere Anbauer können sich in Tieflagen auch an photoperiodische Sorten mit einer Blütezeit von bis zu 10 Wochen wagen. Entscheidend ist jedoch das Mikroklima des jeweiligen Standorts. Wenn es bei Ihnen im Herbst feucht ist und häufig regnet, bleiben Sie lieber bei Kultivaren mit einer Blütezeit von 8 bis 9 Wochen.

In Tieflagen können Sie natürlich auch bedenkenlos selbstblühende Sorten anbauen, deren großer Vorteil der kurze Anbauzyklus ist. Die meisten lassen sich 60 bis 90 Tage nach der Keimung ernten. Wenn Sie im Frühjahr früh genug mit dem Auspflanzen beginnen, können Sie sogar mehrere Ernten pro Saison erzielen.

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Regionen in höheren Lagen

Wenn Sie in einer Region auf mehr als 500 Metern Seehöhe leben, ist Ihre Freilandsaison deutlich kürzer. Auf der Böhmisch-Mährischen Höhe, in Nordböhmen oder im Vorgebirge der Beskiden und des Altvatergebirges ist das Frühjahr kühler, und der Herbst setzt früher ein. Es ist keine Seltenheit, dass die Pflanzen bereits Ende August morgendlichem Nebel und Tau ausgesetzt sind.

In diesem Fall ist es häufig sicherer, selbstblühende Sorten anzubauen und das Auspflanzen so zu planen, dass Sie das warme Wetter ungefähr von Juni bis August nutzen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, pflanzen Sie die Pflanzen ruhig in ein Gewächshaus oder einen Folientunnel. Dort sind sie vor ungünstiger Witterung geschützt und wachsen schneller.

Natürlich lassen sich auch in höheren Lagen photoperiodische Sorten anbauen. Es ist jedoch besser, Sorten mit einer kurzen Blütezeit von bis zu 8 Wochen oder, noch besser, „fast“- beziehungsweise „early“-Sorten zu wählen, die schneller blühen als klassische photoperiodische Sorten. Eine sehr gute Möglichkeit, den Pflanzen zu Saisonbeginn einen schnellen Start zu ermöglichen, ist die Voranzucht in Innenräumen. Pflanzen Sie sie erst bei warmem Wetter ins Freie.

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Triploide Sorten, F1 und weitere moderne Sorten

Wir dürfen nicht vergessen, dass Saatgutbanken Jahr für Jahr neue Sorten auf den Markt bringen, die häufig mit modernen Methoden entwickelt werden und klassische Hybriden in vielerlei Hinsicht übertreffen sollen. Für den Freilandanbau sind für tschechische Grower vor allem stabile F1-Hybriden interessant. Diese entstehen durch die Kreuzung zweier stabilisierter homozygoter Linien und weisen eine außergewöhnliche Vitalität und Widerstandsfähigkeit auf. Damit eignen sie sich ideal als Saatgut für den Freilandanbau in der Tschechischen Republik.

Immer häufiger ist auch von triploiden Sorten die Rede, die statt der üblichen zwei Chromosomensätze drei besitzen. Dadurch sind triploide Sorten steril und bilden selbst bei Bestäubung kaum Saatgut. Laut mehreren Studien können polyploide Sorten schneller wachsen und mehr sekundäre Metaboliten bilden, doch die Forschung steht noch ganz am Anfang. In der Praxis gilt für diese Sorten dasselbe wie für andere. Entscheidend sind die Blütezeit und die Reaktion auf Veränderungen der Photoperiode.

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Der Freilandanbau in Tschechien bleibt immer ein wenig eine Wette auf das Wetter. Mit der richtigen Auswahl der Genetik senken Sie jedoch das Risiko, dass Ihre Pflanzen nicht vollständig ausreifen. Das kann den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer hervorragenden Ernte ausmachen. Für weitere Ratschläge, Anleitungen und Tipps für Einsteiger und erfahrene Grower folgen Sie dem Blog von Higarden.