Ratgeber für Erden & Substrate
Erden & Substrate sind entscheidend für den erfolgreichen Anbau von Pflanzen, sowohl im häuslichen Umfeld als auch in der professionellen Landwirtschaft. Von traditionellen Erdmischungen über moderne Kokoserde bis hin zu Steinwolle – jeder Typ von Kultursubstrat hat seine spezifischen Eigenschaften und Einsatzbereiche. Entdecken Sie mit uns die Vor- und Nachteile der einzelnen Erden & Substrate und finden Sie das am besten geeignete für Ihre Pflanzen.
Als Substrat bezeichnen wir ein Material oder eine Mischung zur Kultivierung von Pflanzen, das als Medium zur Speicherung von Wasser, Luft und von den Pflanzenwurzeln aufgenommenen Nährstoffen dient. Ein Substrat kann aus organischen Materialien wie Erde, Kokosfasern oder Tonkügelchen (Blähton) beziehungsweise aus inerten Materialien wie Perlite, Vermiculite oder Steinwolle (Rockwool) bestehen.
Kokoserde
Kokoserde als Substrat wird aus fein zerkleinerten Kokosfasern und Kokosnussschalen hergestellt. Der Mehrwert dieses Substrats besteht darin, dass es die Vorteile von erdelosen und erdbasierten Substraten miteinander verbindet und dadurch vielseitig einsetzbar ist. Kokoserde können Sie beim Anbau in Töpfen mit manueller Bewässerung oder Bewässerungssystemen, im Freien in Beeten sowie in Gewächshäusern verwenden.
Wenn Sie Kokoserde als Substrat wählen, kommen Sie nicht ohne wasserlösliche Dünger zur Herstellung einer hydroponischen Nährlösung aus. Reine Kokoserde enthält von sich aus keine Nährstoffe und dient den Pflanzen lediglich zur Verankerung der Wurzeln, denen Sie Wasser und Nährstoffe zuführen müssen. Kokoserde speichert Wasser hervorragend und schützt die Pflanzen gleichzeitig vor Überwässerung, wodurch sie sich auch für Anfänger als Substrat eignet. Das Einzige, worauf Sie achten müssen, ist, die Kokoserde nicht vollständig austrocknen zu lassen, da sie sonst ihre Fähigkeit zur Wasserspeicherung verliert.
Vorteile: neutraler pH-Wert, fördert das Wachstum nützlicher Bakterien und Pilze, hervorragende Wasserspeicherung, vielseitig einsetzbar
Nachteile: kein Nährstoffgehalt, minderwertige Mischungen können einen hohen Salzgehalt aufweisen, manche Kokoserde muss vor der Verwendung gepuffert werden
Rockwool
Rockwool ist Steinwolle, die aus geschmolzenem Basaltgestein hergestellt und anschließend zu Würfeln oder Matten geformt wird. Das Ergebnis ist ein inertes Medium, das Wasser und Luft hervorragend speichert und sich bestens für Hydroponik, die Keimung von Samen und die Stecklingsvermehrung eignet. Standard-Rockwool wird so hergestellt, dass 18 % des Volumens auch bei vollständiger Bewässerung für Luft zur Verfügung stehen. Gleichzeitig trocknet die Steinwolle gleichmäßig aus, sodass die Pflanzenwurzeln ständig Zugang zu Wasser haben.
Wie andere erdelose Substrate ist auch Steinwolle frei von Nährstoffen, weshalb die Pflanzen mithilfe von Hydroponik-Düngern versorgt werden müssen. Rockwool weist von sich aus einen hohen pH-Wert auf. Daher müssen die Würfel oder Matten vor der Verwendung zunächst in einer sauren Lösung mit einem pH-Wert von 5,5 eingeweicht werden. Stellen Sie zuerst den pH-Wert des abgestandenen Wassers mithilfe einer Säure zur Senkung des pH-Werts auf den gewünschten Wert ein und spülen Sie das Medium anschließend gründlich durch. Ab diesem Zeitpunkt sollte der pH-Wert der Nährlösung 6,1 nicht überschreiten, damit die Alkalität der Steinwolle ausgeglichen wird.
Vorteile: inertes und steriles Substrat, hohe Fähigkeit zur Speicherung von Wasser und Luft, wiederverwendbar
Nachteile: reizt bei unsachgemäßer Handhabung Haut und Augen, pH-Wert muss angepasst werden, enthält keinen Kohlenstoff für mikrobielles Leben
Blähton
Blähton, auch als LECA bekannt, ist ein poröses Material, das durch Erhitzen von Ton auf eine hohe Temperatur entsteht. Er erinnert an kleine, leichte Kieselsteine, die als Beimischung zur Erde in verschiedenen Arten von Hydroponiksystemen (Run-to-Waste, DWC, NFT, Ebb and Flow, Tropfbewässerung) oder als Medium zur Verankerung von Pflanzen beim aeroponischen Anbau verwendet werden können.
Wenn Sie Blähton als separates Substrat verwenden, müssen Sie den Pflanzen alle Nährstoffe über die Bewässerung in Form von wasserlöslichen Düngern zuführen. Außerdem muss das Substrat wie bei Rockwool zunächst durchgespült und der pH-Wert der Nährlösung während des gesamten Anbauzyklus sorgfältig überwacht werden.
Vorteile: zersetzt sich nicht, pH-neutral, speichert Wasser und Nährstoffe, gute Belüftung der Wurzelzone
Nachteile: muss vor der Verwendung durchgespült werden, trocknet schnell aus, schwierige Lagerung
Perlite und Vermiculite
Perlite und Vermiculite entstehen durch das Erhitzen von Gestein auf eine hohe Temperatur. Das Ergebnis ist bei Perlite ein strahlend weißes Granulat aus leichtem Gestein. Vermiculite hat eine etwas feinere Struktur und eine ockerfarbene Oberfläche. Perlite und Vermiculite werden als Zusatz zu Garten- und Kokoserde, bei der Keimung und Stecklingsvermehrung oder als Medium beim hydroponischen Anbau mit Bewässerungssystemen verwendet.
Perlite und Vermiculite sind inerte Substrate, bei denen die gesamte Nährstoffversorgung in Form einer hydroponischen Nährlösung erfolgen muss. Vermiculite unterscheidet sich von Perlite dadurch, dass es Wasser und Nährstoffe besser speichert und sich mit der Zeit zersetzt, wodurch der pH-Wert im Bereich der Wurzelzone leicht steigen kann. Perlite ist widerstandsfähiger, zersetzt sich nicht und beeinflusst den pH-Wert der Wurzelzone nicht. Andererseits besitzt es nur eine minimale Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern.
Vorteile: steril, nahezu oder vollständig neutraler pH-Wert, gute Luftversorgung der Wurzeln
Nachteile: nicht erneuerbare Ressource, reizender Staub, kleine Partikel können Bewässerungssysteme verstopfen
Erdbasierte Gartensubstrate
Erdbasierte Gartensubstrate sind ein traditionelles Substrat, das viele verschiedene Formen annehmen kann. Aussaaterden für die Keimung von Samen oder die Stecklingsvermehrung, leichte Substrate für die ersten Lebenswochen der Pflanzen, mittelstark gedüngte und stark vorgedüngte Substrate oder Erdmischungen für den organischen Anbau. Gartensubstrate können Sie beim Anbau in Töpfen mit manueller Bewässerung oder Bewässerungssystemen, im Freien in Beeten sowie in Gewächshäusern verwenden.
Der wichtigste Vorteil von Erde als Substrat ist der natürliche Nährstoffgehalt, den die Erde bietet. Gegebenenfalls kann der Hersteller der Mischung Dünger hinzufügen, der den Pflanzen in den ersten Wochen nach dem Auspflanzen als Nährstoffversorgung dient. Beim Anbau in erdbasierten Substraten können Sie Dünger für den Anbau in Erde verwenden, einschließlich Mineralsalzen in Form einer Nährlösung, eines Pulvers oder beispielsweise von Pellets mit langsamer Nährstofffreisetzung. Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, mithilfe rein organischer Dünger vollständig ohne Chemie anzubauen. Dank ihrer hohen Pufferfähigkeit können Erdmischungen Schwankungen des pH-Werts besser ausgleichen als andere Substrate und sind daher eine geeignete Wahl für Anfänger.
Übersicht der Erden & Substrate
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Erde und Erdmischungen |
Kokoserde |
Steinwolle (Rockwool) |
Blähton |
Perlite |
Vermiculite |
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Wasserspeicherung |
niedrig bis hoch (je nach Mischung) |
hoch |
hoch |
niedrig |
niedrig |
mittel |
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Porosität (Luftspeicherung) |
mittel bis niedrig (je nach Mischung) |
mittel bis hoch |
mittel bis hoch |
hoch |
hoch |
hoch |
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Nährstoffgehalt |
niedrig bis hoch (je nach Mischung) |
kein bis sehr geringer |
kein |
kein |
kein |
kein |
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Verwendung |
Indoor, Outdoor, Bewässerungssysteme, mineralische und organische Dünger |
Indoor, Outdoor, Bewässerungssysteme, mineralische und organische Dünger |
Hydroponik, Keimung, Stecklingsvermehrung |
Hydroponik, Keimung, Stecklingsvermehrung, als Beimischung zur Erde |
Hydroponik, Keimung, Stecklingsvermehrung, als Beimischung zur Erde |
Hydroponik, Keimung, Stecklingsvermehrung, als Beimischung zur Erde |