Enzyme und Ihr Garten

Das Wort Enzym wird in der Welt des Indoor- und Outdoor-Anbaus immer häufiger verwendet. Im heutigen Artikel sehen wir uns genauer an, was Enzyme eigentlich sind, ob und wie sie beim Anbau helfen und wie Sie sie im Beet sowie in der Growbox effektiv einsetzen können.

Was sind Enzyme?Cellulase

Enzyme sind chemische Stoffe, die sich wie Katalysatoren verhalten – sie beschleunigen chemische Reaktionen zwischen anderen Stoffen. Dadurch unterstützen sie den Abbau komplexer Stoffe oder umgekehrt deren Bildung. Ohne Enzyme wäre das Leben, wie wir es kennen, nicht möglich.

Wo finden wir Enzyme?

Um uns herum gibt es eine enorme Menge an Enzymen, die ein untrennbarer Bestandteil unseres Alltags sind. Das bekannteste Beispiel dafür, wie Enzyme uns helfen, ist die Verdauung: Enzyme befinden sich im menschlichen Speichel sowie im Magen und im Darm. Wir geben sie Reinigungsmitteln zu und nutzen sie bei der Zubereitung von Speisen und Bier ebenso wie bei der Herstellung von Käse oder Wein.

Ein Enzym unterstützt immer eine bestimmte Reaktion und reagiert nur auf einen Stoff. Wenn beispielsweise im menschlichen Darm ein Enzym namens Laktase fehlt, werden Milchzucker (Laktose) nicht abgebaut. Das führt zu unangenehmen Beschwerden, die Sie nur durch eine Einschränkung Ihrer Ernährung vermeiden können – das Enzym lässt sich nämlich nicht ersetzen.

Wozu braucht der Grower Enzyme?

  • Mehr Nährstoffe für Pflanzenpexels-photo-4751960

 Enzyme beschleunigen den Abbau komplexer Zucker, von Chitin, organischen Phosphaten und beispielsweise tierischen Fetten. Wozu ist das alles gut? Durch den Abbau komplexer Moleküle werden zahlreiche wertvolle Stoffe freigesetzt – im Boden gibt es plötzlich mehr Stickstoff, Kalium, Phosphor, Zink, Eisen und Zucker in einer Form, die Pflanzen aufnehmen und nutzen können.

  • Bessere Bodeneigenschaften

 Dadurch, dass abgestorbene organische Substanz im Boden schneller abgebaut wird, werden nicht nur viele Nährstoffe, sondern auch viel Platz freigesetzt. Der Boden selbst wird stärker durchlüftet und kann Wasser besser speichern, sodass die Wurzeln der Pflanze in ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung nicht behindert werden.

  • Schutz vor schädlichen Mikroorganismen

Gleichzeitig bleiben im Boden deutlich weniger Möglichkeiten für schädliche Bakterien und Pilze, die sich von organischen Rückständen ernähren und der angebauten Pflanze schaden könnten. Einige Enzyme bauen sogar die Zellwände von Krankheitserregern ab. Die Pflanze profitiert dadurch sowohl von der Vorbeugung als auch vom aktiven Schutz.

  • Schnelleres und gesundes Wachstum

Damit nicht genug: Es gibt Enzyme, die die Produktion von Hormonen in der Pflanze beschleunigen. Zusammen mit den verbesserten Bodenbedingungen und dem Schutz vor schädlichen Bakterien und Pilzen unterstützen sie die Pflanze bei ihrer natürlichen Entwicklung.

Das Ergebnis ist eine gesunde Pflanze, der es an nichts fehlt und die sich nur noch darauf vorbereitet, die schönsten Früchte und Blüten hervorzubringen.

TIPP: Enzyme können zur Reinigung des Substrats zwischen einzelnen Anbauzyklen verwendet werden. Dadurch vermeiden Sie den Einsatz chemischer Reinigungsmittel.

Woher stammen Enzyme?pexels-photo-5503338

Enzyme sind immerhin die wirksamsten Katalysatoren, die wir kennen. Deshalb werden sie von Mikroorganismen, Tieren und Pflanzen produziert. Eine beliebte Möglichkeit, Enzyme für den Pflanzenanbau zu erzeugen, sind Mikroorganismen – Bakterien und Pilze wie Bacillus und Trichoderma –, die Enzyme bilden und gleichzeitig in Symbiose mit Pflanzen leben. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, haben wir für Sie einen eigenen Artikel vorbereitet.

Wie fügt man Enzyme im Freiland hinzu?

In einem klassischen Garten gibt es normalerweise bereits Mikroorganismen, die Enzyme produzieren (Achtung! Sie können beispielsweise durch einen hohen pH-Wert oder eine chemische Spritzung abgetötet werden). Die Zugabe von Enzymen aus der Flasche ist daher meist nicht notwendig. Wenn Sie Ihre Pflanzen unterstützen möchten, können Sie klassisches Kompostmaterial ins Beet einarbeiten. Es ist sowohl reich an Nährstoffen als auch an nützlichen Pilzen und Bakterien, die Enzyme bilden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung Ihres eigenen Komposttees. Dabei haben Sie mehr Kontrolle und können ihn schneller herstellen. Compost Tee von Biotabs ist beispielsweise bereits nach vier Stunden fertig und bietet alle Vorteile der klassischen Kompostierung.

Wie verwendet man Enzyme im Indoor-Anbau?

Indoor-Anbauräume und Growboxen sind geschlossene Systeme, in denen sich nützliche und schädliche Mikroorganismen nicht einfach von selbst ausgleichen. Die Zugabe von klassischem Kompost ist daher verständlicherweise für viele Grower keine angenehme Vorstellung (abgesehen vom Geruch), da sie keine Krankheitserreger in ihre sorgfältig geschaffene Umgebung einbringen möchten.

Es gibt jedoch andere Möglichkeiten: Sie können ausschließlich Enzyme hinzufügen – diese sind einfach in Flaschen erhältlich, beispielsweise von Shogun, Canna oder BioNova. Erhältlich sind auch Mischungen mit nützlichen Mikroorganismen, die Enzyme bilden. In den Produkten von Terra Aquatica, Plant Success oder BioBizz finden Sie ausgewählte Mikroorganismen, die den Pflanzen ausschließlich zugutekommen.21507-3_enzym-250 ml

TIPP: Enzyme können bei jeder Art des Pflanzenanbaus eingesetzt werden – auch in einem hydroponischen System.

Worauf ist zu achten?

Enzyme funktionieren nur unter bestimmten Bedingungen. Veränderungen der Temperatur, des Drucks oder des pH-Werts schaden ihnen ebenso wie den Kolonien von Mikroorganismen und letztlich auch den Pflanzen. Versuchen Sie daher, jegliche Schwankungen so weit wie möglich zu begrenzen.

Wenn Sie Enzyme oder Mikroorganismen aus einer Flasche hinzufügen möchten, achten Sie besonders auf die Lagertemperatur. Sowohl höhere als auch niedrigere Temperaturen können Enzyme deaktivieren und Mikroorganismen abtöten.

Auch auf die Etiketten sollte geachtet werden. Hersteller verwechseln gelegentlich Begriffe wie Enzym und Mikroorganismus. Das Ergebnis ist jedoch im Grunde dasselbe – entweder fügen Sie direkt einen Katalysator hinzu oder etwas, das ihn produziert. Auf der Flasche steht meist nur allgemein „Enzyme“, ohne konkrete Bezeichnungen. Das hat jedoch keinen Einfluss auf die Wirksamkeit – auch auf Kompost finden Sie kein Schild mit der Aufschrift „enthält Cellulase, Amylase und Lipase“.

Und wenn wir das zusammenfassen?

Enzyme sind Stoffe, die chemische Reaktionen beschleunigen. Wenn es um den Pflanzenanbau geht, liegt ihr größter Nutzen in der Verbesserung der Substratqualität. Sie verbessern dessen Sauerstoffversorgung und Wasserspeicherfähigkeit und erhöhen den Gehalt an Nährstoffen, die der Pflanze zur Verfügung stehen. Mit der Zugabe von Enzymen machen Sie definitiv nichts falsch – ganz im Gegenteil. Es kann sein, dass sie genau das sind, was Ihren Pflanzen seit Jahren fehlt, unabhängig davon, ob Sie im Freien oder im Innenbereich anbauen.

Wenn Ihnen beim Lesen des Artikels eine Frage zu Enzymen und ihrer Verwendung beim Pflanzenanbau gekommen ist, können Sie sich gerne unter info@higarden.at an uns wenden – wir sind für Sie da.

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