Wie misst man die Leitfähigkeit (EC) richtig?

Thema dieses Artikels sind bewährte Vorgehensweisen zum Messen & Dosieren der elektrischen Leitfähigkeit einer Lösung, deren Wert insbesondere beim Indoor-Anbau von Pflanzen eine sehr wichtige Rolle spielt. Wenn Sie wissen möchten, wie man EC-Messgeräte beziehungsweise EC/TDS-Sonden richtig verwendet oder wie Sie sie pflegen, damit Ihre Messgeräte möglichst lange halten, sind Sie hier genau richtig.

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Wenn Sie zunächst erfahren möchten, was EC eigentlich ist, können Sie mit dem eigenständigen Artikel beginnen: Elektrische Leitfähigkeit einer Lösung – EC. In der Praxis geht es darum, die Menge der in der Nährlösung gelösten mineralischen („Nährstoff“-)Salze zu ermitteln.

Das häufige und genaue Messen & Dosieren von EC ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Pflanzenanbaus, nicht nur in der Growbox. Viele Grower am Anfang fragen sich dann, worin beim Messen & Dosieren der Unterschied zwischen EC (gemessener Wert in µS/cm) und TDS (gemessener Wert in ppm) besteht. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass sich aus dem Wert von TDS (Total Dissolved Solids) die Gesamtmenge der gelösten Feststoffe in der Einheit ppm ablesen lässt.

EC-Messgeräte und ihre Kalibrierung

EC-Kalibrierlösungen sind in den Varianten 1,413 mS und 2,76 mS erhältlich. Lassen Sie sich jedoch auch von den Varianten 2,8 mS oder 2,77 mS nicht irritieren, denn diese entsprechen den Lösungen mit 2,76 mS; der einzige Unterschied besteht in der Rundung.

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Wie oft sollte ein EC-Messgerät kalibriert werden?

Hierauf gibt es eine einfache Antwort. Um eine maximale Messgenauigkeit zu gewährleisten, sollten die Elektroden mithilfe der oben genannten Kalibrierlösungen idealerweise vor jeder Verwendung kalibriert werden. Wenn die Sonde also täglich verwendet wird, sollte sie ebenfalls jeden Tag kalibriert werden.

Nun kommen wir zu weiteren bewährten Vorgehensweisen zum Messen & Dosieren der Leitfähigkeit:

  • Verwenden Sie immer eine frische Kalibrierlösung! Anders gesagt: Kalibrierstandards werden leicht verunreinigt und verfügen außerdem über keinen Puffer, weshalb eine wiederholte Verwendung keinen Sinn ergibt.
  • Spülen Sie die Sonde vor der Kalibrierung mit deionisiertem Wasser ab (siehe den eigenständigen Artikel: Umkehrosmose). Erst danach können Sie die Sonde bedenkenlos in den Kalibrierstandard eintauchen. Für noch genauere Messergebnisse sollten Sie zum vorherigen Abspülen auch ein zweites separates Becherglas mit Kalibrierlösung oder einer Probe vorbereiten. Das gründliche Abspülen der Elektrode mit deionisiertem Wasser ist wirklich sehr wichtig.  Angesammelte Salze und andere Rückstände können Lösungsproben verunreinigen und zu einer ungenauen Anzeige führen. Spülen Sie die Sonde daher jedes Mal beim Herausnehmen, vor der Lagerung oder während des Messens & Dosierens der Leitfähigkeit verschiedener Proben in mehreren Bechergläsern ab.
  • Generell wird die Verwendung von Kunststoffbechern empfohlen, da andere Materialien wie Glas oder Metall elektromagnetische Störungen der elektrischen Leitfähigkeit verursachen.
  • Die Elektrode ist im Becherglas in allen Richtungen mit demselben Abstand zur Wand des Becherglases richtig positioniert.
  • Achten Sie außerdem darauf, dass die Elektrode ausreichend eingetaucht ist. Andernfalls erhalten Sie beim Messen & Dosieren der Leitfähigkeit lediglich verfälschte Ergebnisse. Überprüfen Sie daher, ob sich alle Öffnungen tatsächlich unter der Oberfläche befinden und sich zwischen den Sensoren keine Blasen befinden.

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Beispiel für eine Ersatzelektrode für ein EC-Messgerät.

  • Überprüfen Sie die Luftblasen, denn im Inneren oder gegebenenfalls an der Außenseite der Elektrode kann sich auch im eingetauchten Zustand Luft halten, die zu ungenauen Messungen führt. Wenn Sie Luftblasen bemerken, tauchen Sie die Sonde ausreichend tief ein und bewegen Sie sie nach oben und unten. Eventuelle Blasen lassen sich anschließend durch vorsichtiges Klopfen aus den Öffnungen lösen.
  • Obwohl Elektroden in der Regel über eine sogenannte Temperaturkompensation verfügen, sollten Sie berücksichtigen, dass das Erreichen des thermischen Gleichgewichts einige Zeit dauert. Warten Sie daher immer, bis sich der gemessene Leitfähigkeits- oder Temperaturwert stabilisiert hat.
  • Wählen Sie den passenden Elektrodentyp, da nicht alle Elektroden für den jeweiligen Bereich oder die jeweilige Probe geeignet sind. Bei der Auswahl des Messgeräts können daher neben dem passenden Messbereich auch die chemische Kompatibilität eine Rolle spielen. Im Zweifelsfall können Sie sich jederzeit von uns beraten lassen (siehe unten).
  • Voraussetzung für eine möglichst lange Lebensdauer und die ordnungsgemäße Funktion jeder EC-Elektrode ist neben der häufigen Kalibrierung auch eine regelmäßige Reinigung, die jedoch häufig unterschätzt wird. Dies gilt trotz der Tatsache, dass sich im Elektrodenbereich ebenso wie an den Entlüftungsöffnungen der Sonde Ablagerungen ansammeln können, die eine häufige Ursache für Kalibrierprobleme und ungenaue Messergebnisse sind. Wie reinigen Sie die Elektrode richtig? Bewährt hat sich die Verwendung von warmem Seifenwasser, mit dem Sie die Elektrode gründlich abspülen. Verwenden Sie keine chemischen Reinigungslösungen oder Lösungsmittel.

Einige multifunktionale Messgeräte verwenden sogenannte Kombielektroden. Mit ihrer richtigen Lagerung befassen wir uns am Ende des eigenständigen Artikels mit dem Titel: Wofür ist die Aufbewahrungslösung (KCL)? Bei der richtigen Aufbewahrung einer EC-Elektrode ist wichtig, dass bei einer kombinierten EC/pH-Elektrode durch eine unsachgemäße Lagerung ein unerwünschtes Austrocknen ihres Elektrolyten auftreten kann. In manchen Fällen lassen sich ausgetrocknete Sonden durch das Eintauchen in Aufbewahrungslösung für pH regenerieren. 

 

 

Wenn Sie sich für den Umgang mit pH-Messgeräten interessieren, haben wir ebenfalls einen eigenständigen Artikel für Sie vorbereitet: Wie verwendet man Kalibrierlösungen und pH-Messgeräte?

Wenn Sie uns etwas fragen möchten, nicht nur zum Thema richtiges Messen & Dosieren der Leitfähigkeit, beraten wir Sie gerne, beispielsweise unter der bekannten E-Mail-Adresse info@higarden.at.

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